Mit Rosenkranz und Schabmadonna. Religiöse Alltagsbegleiter der Neuzeit im Dialog

Eine Ausstellung der Schnittstelle Religion im hisTorischen seminar der Goethe-Universität, AB 12. Mai
Die Ausstellung nimmt ein modernes und weltanschaulich neutrales Kunstobjekt, Eva Ulms weltliche hausapotheke (ab 2018), zum Anlass, um auf kleinformatige und mit der persönlichen Lebenswelt verschränkbare religionsbezogene Objekte zu blicken.
Heute unübliche Gegenstände wie Schabmadonnen und Schluckbilder kommen ebenso in den Blick wie das bis in die Popkultur verbreitete und doch in seiner Geschichte hoch politische flammende Herz Jesu.
Vom 12. Mai bis zum 31. Juli 2026 im Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt, 3. OG, Q 4 und Q5 sowie in der Studienlounge (IGF 4.451).
Vernissage in Anwesenheit der Künstlerin: 12. Mai 2026, 17:00 Uhr, IG 3.414
Kostenlos.
MEHR ZU AUSSTELLUNG, HINTERGRUND UND KÜNSTLERIN

Eva Ulm: das zerberstende herz, Bestandteil der weltlichen Hausapotheke
Eva Ulms Kunstwerk die weltliche hausapotheke findet ihre Inspiration sogenannten „Geistlichen Hausapotheken“, wie sie bis ins 20. Jahrhundert im christlichen Europa verbreitet waren: Ohne feste Regeln zusammengestellt, beinhalteten sie religiöse und religionsinspirierte Objekte, von denen man sich Linderung bei körperlichen, aber auch seelischen Leiden versprach.
Viele Bestandteile geistlicher Hausapotheken waren unmittelbar mit dem Christentum verbunden – doch bei weitem nicht alle
Andachtsbilder konnten sich Seite an Seite mit in Schlangenblut getränkten Seidenfäden finden.
So eigenwillig die Zusammensetzung geistlicher Hausapotheken heute scheinen mag:
Wäre es nicht auch als säkularer Mensch bisweilen schön, in einen solch universalen Arzneischrank greifen zu können?
Mit dieser Sehnsucht hat sich die bildende Künstlerin Eva Ulm auseinandergesetzt und eine weltliche hausapotheke geschaffen: ein Konglomerat kleinformatiger Kunstobjekte, die ihre Inspiration in den Bestandteilen spiritueller Hausapotheken finden, diese aber „weltanschaulich neutralisieren“ und in eine moderne Formensprache übersetzen.
Angeregt von Eva Ulms Werken blickt die Ausstellung auf „religiöse Alltagsbegleiter“. Hierunter verstehen wir individuell bewegbare und mit der persönlichen Lebensweltverschränkbare, religionsbezogene Gegenstände. Dabei stehen christliche Objekte der Neuzeit im Zentrum. In fünf Stationen werden die historischen Bezüge der weltlichen hausapotheke aufgegriffen und angrenzende Themen entwickelt. Unvertraute Objekte wie Schabmadonnen und Schluckbilder kommen ebenso in den Blick wie das bis in die Popkultur verbreitete und doch in seiner Geschichte hoch politische flammende Herz Jesu.
Und wenn manche der Bedeutungszusammenhänge heute fremd scheinen:
Fühlt man sich nicht doch an zeitgenössische Achtsamkeitstechniken oder moderne Nahrungsergänzung erinnert? Wie weit tragen diese Ähnlichkeiten?
Eva Ulm wurde 1985 in Genf geboren und studierte zunächst Kunstgeschichte an der FU Berlin und anschließend Freie Kunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der Pinakothek der Moderne in München und auf der Leipziger Buchmesse gezeigt. Sie lebt und arbeitet in Berlin.
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Birgit Emich, Prof. Dr. Xenia von Tippelskirch
Kuratorin: Louise Zbiranski
Ausrichter, Förderer und Partner: Schnittstelle Religion, Dynamiken des Religiösen, DFG-Kollegforschungsgruppe „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“, Historisches Seminar der Goethe-Universität Frankfurt, Institut franco-allemand de sciences historiques et sociales
Vom 12. Mai bis zum 31. Juli 2026 im Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt, 3. OG, Q4 und Q5 sowie in der Studienlounge (IGF 4.451).
Vernissage in Anwesenheit der Künstlerin: 12. Mai 2026, 17:00 Uhr, IGF 3.414
Kostenlos.
Ein kleiner Teil der Ausstellung ist nur während der Öffnungszeiten der Studienlounge zu sehen. Die aktuellen Öffnungszeiten entnehmen Sie bitte der Website. Alle anderen Abschnitte sind während der Öffnungszeit der IG-Farben-Gebäudes freizugänglich.
Reguläre Öffnungszeiten des IG-Farben-Gebäudes: Mo. – Fr. 8:00 – 22:00 Uhr | Sa. 10:00 – 18:00 Uhr (an Feiertagen können abweichende Öffnungszeiten gelten, bitte prüfen Sie diese auf der Website des Bibliothekszentrums Geisteswissenschaften.
Alle Fotos auf dieser Seite: Eva Ulm, Kevin Klein.
